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Kasperle im Drachenwald
02
Kasperle im Drachenwald

Kasperle im Drachenwald

 
Personen: Direktor, Kasperle, Seppel, Großmutter, Räuber, Rabe, Bär, Drache
 

Prolog des Direktors

 

[Requisiten: Klingel]

Direktor (vor dem Vorhang):
Gestatten, ich bin Posenicht,
der für dat Amsambel spricht
Als Direktör von dat Theater
und Absolvent der Alma Mater

fällt mir dat Reimen gar nicht schwer.
D’rum rede ich gereimt daher.
In Versen hab ich auch geschrieben

das Kasperspiel, euch zum Vergnügen.
Schon Goethe schrieb in diesem Stil
den Faust – nach einem Puppenspiel!
Gleich zeicht euch unser Kaspermann,
wat alles so passieren kann,
Wenn einer Windelhösken trächt
und sich auf einen Drachen lecht.
Nu’, Kinderkens, nu’ seid fein still,
jetzt startet es, dat Kasperspiel!
(er klingelt, zieht den Vorhang auf und tritt ab)
(Vorhang auf )

 

Erstes Bild – Stube

[Requisiten: Darmrohr mit Druckbällchen – gefüllt, Windelhose, Hygia-Katalog]


 

Kasper (tritt singend auf):
Mam–Monique und Mam–Mona
ist für alle Babys da.
Hat eins nasse Socken,
legt sie es gleich tro – cken.
Du meine Fresse noch einmal,
so viele Babys hier im Saal!
Könnt ihr mich überhaupt verstehn?
Na, das wolln wir gleich mal sehn.
Babys, seid ihr alle da,
dann ruft laut und deutlich „ja“!
...
Wie bitte? Was habt ihr gegakelt?
Ich will, dass das Theater wackelt!
Also, seid ihr alle da?
...
Kinder, ist das heut ein Tag!
Was der wohl alles bringen mag?
Ich fühls in meinem linken Ohr:
Viel Aufregung steht uns bevor.
Seid ihr auch alle gut verpackt
– falls einer in die Hosen ka...–
vor Aufregung ins Höschen macht,
wenns hier auf der Bühne kracht?
Habt ihr den Seppel nicht gesehn?
Wir wollten doch spazierengehn.
Ich glaub, der pennt noch, der Kadett.
Na denn, holn wir ihn aus dem Bett!
Bei drei, da rufen wir ihn laut,
dass es ihn aus den Federn haut!
Eins – zwei – drei: Seppel!

Seppel (unsichtbar): Huh-huh!

Kasper:
Pst! Kinder, seit doch einmal still!
Ob Seppel mich verkohlen will?
Der hat sich irgendwo versteckt

und meint, dass er mich damit neckt.

Seppel, wo bist du?

Seppel:                 Im Schra–ank!

Kasper:
Na sage mal, bist du denn krank?
Großmutter hat sich doch verbeten,
ihre Intimsphäre zu betreten.

Seppel (tritt auf):
Sie ist doch Zigarillos holen.
Die raucht sie manchmal ganz vers-tohlen,
damit sie zur Toilette kann.
Das regt ihr die Verdauung an!
Da konnte ich nicht widers-tehen
und hab im Schrank mal nachgesehen.
Kiek mol, was ich gefunden hab!
(er holt ein Gummibällchen mit Darmrohr aus dem Schrank)

Kasper:
Was ist denn das? Ich nehms dir’s ab. (spielt damit)
Damit kann man ja herrlich spritzen!

Seppel:
Pass doch auf, mach keine Pfützen!
Lass mich auch mal, gib schon her!

Kasper:
Hol es dir doch! Hier! Bitte sehr!
(sie rangeln, Kasper spritzt Seppels Rock nass)

Seppel:
Igitt! Das ist jetzt nicht mehr S-paß!
Ich bin ja unten richtig nass!

Kasper:
Als hättest du ins Hemd gemacht.
Seppel:
Honni soit qui mal y pense!

Kasper:
Was war denn das? Was für ein Panz?

Seppel:
Ein S-pitzbub sei, wer drüber lacht!

Die Briten tragen diesen Satz

als S-trumpfbandorden – auf dem Latz.

Kasper:
Und ich dachte, das sei Biomalz.
„Onniseu“ klang so nach Schmalz!
Ich höre grad die Haustür gehn.
Gleich wird Oma vor uns stehn.
Das Ding hier darf sie nicht entdecken,
wir müssen es ganz schnell verstecken!
Babys, helft ihr mir dabei?
Ich werf es runter – eins, zwei, drei.

(wirft)

Am besten mach ich auch ‘ne Fliege,
damit ich keine Schimpfe kriege.
(ab)

Seppel:
He Kasper, warum rückst du aus?
Oh Mann, do, Oma ist im Haus!
Vielleicht, wenn ich ihn gut vers-teck,
sieht sie nicht gleich den Wasserfleck.

Oma (tritt auf):
Na Seppel, bist’e brav jewesen?
Ick hab noch schnell die Post jelesen.
Nur Werbung – Lange, Hygia.
War sonst nischt int’resanntet da.
Wat hasten, warum biste stumm?
Wat isen los? Dreh dir mal um!

Seppel (dreht sich um)

Oma:
Oh-oh, der Herr hat einjenässt,
kaum det man mal det Haus verlässt!
So’n großer Bengel. Sollst’a schämen!
Da müssen wir wat unternehmen.

Seppel:
Das war ich nicht, so glaube mir!
Der Kasper war doch eben hier
und hat mit Wasser mich bes-pritzt.
Danach ist er ganz schnell geflitzt.

Oma:
So so, der Kasper soll’s jewesen sein?
Det bildest du dir doch bloß ein!

Seppel:
Du kannst ja mal die Kinder fragen,
die wer’n bes-timmt die Wahrheit sagen.

Oma:
Wat, diese großen Babys da?
Die riechen doch noch nach AA
und haben selber vollgepischt.
Nee, uf die Babys jeb ick nischt!
Ick gloob, du hast nur übersehn
rechtzeitig uf det Klo zu jehn.
Det is’ bei Kinners schon mal drin.
Die haben nur ihr Spiel im Sinn.
Ick weeß ooch schon, wat wir jetzt machen.
Erst eenmal, runter mit die Sachen!
Denn wartest du jeduldich ab,
weil ick ‘ne „Überraschung“ hab!
(beide ab)

Seppel (weinerlich aus dem Hintergrund):
Was willst du denn mit all den Sachen?.......
Oh nein! Das kannst du doch nicht machen!

Oma und Seppel (kommen zurück, Seppel in Pampers)

Oma (umarmt Seppel):
Na, Sohnemann, haste jesehn
wie jut dir Windelhöschen stehn?
Ick hab se ufbewahrt, im Spind, for dir, meen süßet Windelkind! Nu
kannste hemmungslos beim Spielen
mit Wonne deene Windeln füllen.
Solch Sicherheit kann dir nur jeben
eene Allianz fors Leben!
Jetzt hab ick noch zu tun im Haus,
drum jeh schön brav zum Spielen raus!

(sie klopft Seppel auf den Po)

Ick kümmer mir heut Abend dann
um meinen kleenen Windelmann.


Seppel:
So soll ich auf die S-traße gehn,
damit gleich alle Leute sehn,
dass ich noch Windelhöschen trage?
Das mach ich nicht, kommt nicht in Frage!

Oma:
Du brichst bestimmt keen Zacken aus
der Krone dir, jehst du hinaus.
Wer noch in’e Hosen macht,
der wird eben ausjelacht.

(sie schiebt Seppel von der Bühne)

Endlich weg! Da könnt ick ja
nachbestelln –

(sie holt einen Hygia-Katalog hervor)

                          bei Hygia.

(Vorhang )


Zweites Bild – Marktplatz

[Reqisiten: Filzstift, drei Schilder mit Stiel – 1. rechteckig, weiße Pappe mit Schrift, 2. goldfarbig in Traubenform, 3. herzförmig aus Knäckebrot]


Seppel (tritt auf und huscht von Ecke zu Ecke)

Kasper (tritt auf, endeckt Seppel):
Mann-oh-Mann, das haut mich um!
Seppel, wie läufst du denn rum?
 
Seppel:
Die Oma zog mir Windeln an –
du Kasper, du bist schuld daran!
Du hast dich wieder mal verdrückt
und ich hab alles abgekriegt.
Warum machtest du nicht klar,
dass es gar kein Pipi war?
 
Kasper:
Sollt’ ich den beichten deinen Fund?
Mann, Seppel, du bist nicht gesund!

Seppel:
Trotzdem war das nicht sehr fair.
(weinerlich)
Ich geniere mich so sehr.
(ängstlich)
Kasper, hast du nichts vernommen?

Kasper:
Was denn?

Seppel:
Ich hör Leute kommen!
Lass uns um die Ecke gehn,
damit mich nicht gleich alle sehn!
(beide ab)

Räuber (tritt auf):
Na da schau her! Grüß Gott mit’nand’!
I’ glaub, mir san no’ net bekannt?
I’ bin der Räuber Höschenklau,
aus Unter-Oberniederau.

Mir Bayern san scho’ recht bekannt
als Räuber, hier im deutschen Land.
Da gab’s den Wildschütz Jennerwein
– dem schoss ein Jager hinten rein,
und a’ den Panzerknacker Strauß
– der lieferte die Panzer aus
an alle Länder, die wo’s brauchten,
damit dort die Kanonen rauchten.
Am meisten aber hatt’ i’ lieb,
den Waigel, diesen Taschendieb!
Der zog die letzten Groschen all’
dem Ärmsten aus’erm Hosenstall.
Sei’ staatlich Säckel füllt’ er an
mit Steuern von dem armen Mann.

Doch unsereins, der hat’s halt schwer.
Das Business, das läuft nicht mehr.
Wann ich mal eben, auf der Leine
aufgehängte, hübsche kleine
Schlüpfer für mei’ Sammlung klaue,
krieg i’ sofort vom Schutzmann Haue.
Und wann i’ dann, mit Mühe bloß,
entkommen kann ins nahe Moos,
dann hetzt mich dort ein großer Drache,
dass i’ vor Schreck in d’ Hos’ ‘nei’ mache!

So kann das nimmer weitergehn,
da muss endlich was g’schehn!
Das eine sag ich euch, ihr Leut,
Das wird anders itz, ab heut!
I’ werd’ mich an die UNO wenden,
die soll Truppen schnell entsenden!
Clinton? Den könnt’s glatt vergessen!
Der is’ viel zu sexbesessen.
Die vielen Quickies mit der Zeit,
französisch gar, mit einer Maid!

Wir aus dem Wald, wir protestieren,
und woll’n für Gleichheit demonstrieren!
Was wir so fordern, schreiben wir
fein säuberlich auf Tafeln hier.

(Er holt Schilder und einen Stift und schreibt)

„Disch–kri–mi–tiert uns Räuber nicht,
denn oh-ne uns gäb’s Schiller nicht!“

„Al–le mö–gen gold–ne Trauben,
lasst sie uns doch auch mal rau–ben!“

„Habt ein Herz für ar–me Diebe,
o-der wollt ihr lie–ber Hiebe?“

He ihr da, Kumpels, folgt’s mir nach!
Ein Sit-in macht die Bürger wach.
(ab)

Rabe und Bär (treten auf)

Rabe (pickt nach dem Schild mit dem Traubentext und flattert mit ihm davon)

Bär (beginnt das Schild mit dem Herztext aufzufressen)

Räuber (vom Hintergrund):
Ja Sackerment, was macht’s denn ihr?
Habt’s denn für Politik ka’ G’spür?

Bär (ab)

Räuber (tritt auf):
A Gaudi machen die sich d’raus!
So komm ich nie ins Bundeshaus!
Und was wird nachert dann aus mir
als arbeitslose Fachkraft hier?
Halt’ aus, i’ hab’s! I’ wander aus!

(er wirft seine Tafel ins Publikum)

In Kanada weiß ich ein Haus
am Pancake Bay, fast net zum Sehen.
Dort könnte ich auf Rente gehen.
Die Hütten ist versteckt gelegen,
Dort werde ich mein Hobby pflegen.
Ein bissel Stehlen mit Kollegen,
– doch niemals nicht Verdacht erregen,
und ab und zu verstohlen schauen
nach Schlüpfern
– von Indianerfrauen.
Alsdann, Pfüt enk Gott, ihr Lieben!
Vielleicht sehn mir uns mal da „drüben“?
(ab)

Kasper und Seppel (treten auf)

Kasper:
Sag mal, hast du’s auch gehört?
Im Wald sind wir jetzt ungestört!
Der Räuber will nach Nadaka.

Seppel:
Ach, Kasper, das heißt Kanada
und liegt in Nordamerika!
Du hast wohl wieder mal gefehlt,
als es der Lehrer uns erzählt
hat. Sind wir auch wirklich sicher
im Wald? Gibt’s dort nicht Viecher?

Kasper:
Papperlapp! Mit allen Tieren
kann ich mich bestens amüsieren.

Seppel:
Ich weiß nicht recht. Was machen wir?
Wir gehn zum Wald – wir bleiben hier.
Da s-teh ich nun, ich armer Tor!
Und bin so klug, als wie zuvor.

Kasper:
Im Wald bleibst du im Endeffekt
mit deinen Windeln unentdeckt!

Seppel:
Wo du recht hast, hast du recht.
Aber trotzdem wird mir schlecht
bei dem Gedanken an den Tann.
Was fang ich sonst bis abends an?
Erst dann kann ich nach Hause gehn.
Bis dahin soll mich niemand sehn!

Kasper:
Okay, dann komm, wir rennen weg!
Der Wald ist sicher als Versteck.

(singt)

Die Windeln sind des Babys Lust,
die Windeln, die Windeln.
E–es muss ein schle–echtes Baby sein,
das niemals nä–ässt die Windeln ein,
die Windeln, die Windeln, die Wi–i–ndeln!
(beide ab)

 (Vorhang )


Drittes Bild – Wald

Kasper:
Ach, ist das schön! So friedlich hier!
Die Vöglein zwitschern im Revier,
die Bäume stehn in voller Pracht,
ein Lüftlein streichelt sie ganz sacht.
Sag doch mal selbst, ist das nicht schön?

Seppel:
Ich kann darin nichts Tolles sehn.
Es raschelt hier, es flüstert dort,
und Schatten huschen von dir fort.
Kein’ Schritt mehr will ich weiter tun.
Komm, lass uns hier ein büschen ruhn!

Kasper:
Ach, Seppel, sei doch nicht so stur!
Ich will noch weiter, ‘n Stückchen nur.
Ich möchte zu der Hütte dort.
Womöglich diente dieser Ort
im Wald dem Räuber als Versteck.
Mal sehen, was ich dort entdeck!

Seppel:
Mich kneift das Windelhöschen sehr,
d’rum renn ich dir nicht hinterher.
Geh du nur fort! Ich wart’ indessen.

Kasper (ab)

Seppel (ruft hinterher):
Vielleicht entdecktst du was zu essen?

Drache (tritt auf, schnappt hinter Seppel her, der ihn nicht sieht)

Seppel:
Der haut doch echt alleine ab!
(gähnt) Die frische Luft macht ganz schön schlapp.
Ein Nickerchen wär jetzt famos.

Drache (legt sich still an den Rand der Bühne)

Seppel (sieht sich um):
Ich leg mich hierhin auf das Moos!

(legt sich auf den Drachen)

Ah, ist das herrlich weich und warm!

Drache (schnappt den Seppel)

Seppel:
Das ist kein Moos! Oh Schit! Alarm!

Drache (verschlingt Seppel)

Seppel:
Kasper! Kasper! Rette mich!

Drache (rülpst und legt sich still hin)

Kasper (tritt auf):
Was ist denn Seppel? Melde dich!
Spielst du schon wieder mal Verstecken
und glaubst, ich kann dich nicht entdecken?
Ihr Babys ihr, sagt ihr mir an,
wo ich den Seppel finden kann?
...
Im Drachen? Ich hör immer Drachen.
Was redet ihr für dumme Sachen!

Drache (fängt an zu würgen)

Kasper (erschrickt):
Was ist denn das für ein Getier?

Seppel (unsichtbar):
Kasper, Kasper! Ich bin hier!

Kasper:
Wo bist du denn? Ich höre dich!

Seppel:
Im Bauch von diesem grünen Viech!
Es schluckte mich als ganzes Stück.
Ich bin noch heil, ich hatte Glück.
Doch hilf mir jetzt, hol mich heraus!

Drache (würgt krampfhaft und reißt den Rachen weit auf)

Kasper:
Ich glaub, der würgt dich wieder aus.
Da werd ich mal ein bisschen ziehn!
Man, geht das schwer! Jetzt hab ich ihn!
(er zieht einen ohnmächtigen Seppel heraus)

Drache (rülpsend ab)

Kasper:
Oh Gott, was ist der Seppel schwach.
Ach, Seppelchen, nun werd’ schon wach!

(er schüttelt den Seppel)

Nun mach doch schon, wach endlich auf!
Wir alle warten hier darauf.

Seppel (kommt langsam zu sich):
Ich bin schon wieder, lass mich los!

(sie setzen sich)

Sag, warum hat der Drache bloß
mich nicht bei sich behalten können?

Kasper:
‘Nen Grund dafür könnt ich schon nennen!
Vielleicht hat er ja nicht vertragen
den Windelbausch in seinem Magen.
Der war ihm offenbar zu schwer!
Allergisch reagierte er
auf ihn – und spie dich aus.

Seppel:
Das war es, sicher, ei der Daus!
D’rum will ich auch nie mehr verzagen
und s-tändig meine Windeln tragen!
Ich glaube fast, ich brauche das.

Kasper:
Sag [Name eines Zuschauers], bist du etwa nass?
Was rede ich denn bloß daher?
Den Seppel mein ich, bitte sehr!
Wie komme ich auf [Name] denn
beim Anblick dicker Windelchen?

Seppel:
Ich weiß nicht, wie ich’s beichten soll.
Ich habe meine Windeln voll–
gemacht aus Angst, im Maul des Drachen.

Kasper:
Darüber kann ich gar nicht lachen.
Rundumentleerung ist normal
bei Stress. Auch mir passiert’s schon mal.
Als ich das Untier hüpfen sah,
na rate mal, was da geschah?

Seppel:
Verzähl man fix, nur immer munter!

Kasper:
Mir lief es nass die Schenkel runter!

Seppel:
Weißt du, was dir nachher blüht,
wenn Großmama das erst mal sieht?
Sie zieht dir Windeln an, wie mir,
und macht ein Wickelkind aus dir.

Kasper:
Naja, das woll’n wir est mal sehen.
Doch lass uns jetzt nach Hause gehen.
Mein Schlüpferchen klebt kalt am Po,
da geht das Spielen nicht mehr so.
Zum Abschied woll’n wir alle singen,
dass Großmama die Ohren klingen!
Singen kann ich doch sehr schön
– weil ich alle übertön.

Seppel:
Willst du das Publikum vergraulen?
Dein Singen klingt wie Hundejaulen!
Du kannst ja nicht mal Noten lesen.
Kasper:
Das ist gemein von dir gewesen!
Mein Repertoir ist riesengroß.

Seppel:
Besonders nachts – da schnarchst du bloß!
 
Kasper:
Was sagst du da? Ich schnarche auch?
Und dabei schlaf ich auf dem Bauch!
Es müsste mich am meisten stören,
denn ich kann es ganz nahe hören!
Kennt ihr alle „Hänschen klein“?
...
Dann stimmt voller Schwung mit ein! Drei, vier:

Baby klein, ging allein,
in den großen Wald hinein.
Windeln nass, voller Spaß,
unter’m Baum es saß.

Aber Mommy weinet sehr,
hat ja nun kein Baby mehr.
Da besinnt sich das Kind,
läuft zum Hort geschwind.

Lieb’ Mama, ich bin da,
Windies voller Pi und A.
Sei so nett, mach es weg,
fordert Baby keck.

Na, Seppel, wie hat das geklungen?

Seppel:
Du hast ja atonal gesungen!

Kasper:
Das halte ich im Kopf nicht aus!
D’rum geh’ ich jetzt ganz schnell nach Haus.
Dann macht’s man gut ihr Babychen!
Wir sagen:

Seppel: Tschü–üs!

Kasper:           Aufwiedersehn!
Beim nächsten Hort mit Wia dann,
seht wieder ihr ein Spiel mit an.
Bis dahin bleibt so, wie ihr seid,
zum Babyspiel: Allzeit bereit!
Und alle:
              Zum Babyspiel: Allzeit bereit!
(beide ab)

 

 

 Epilog

Direktor (tritt auf):
Und die Moral von der Geschicht:
Vergesst dat Windelhösken nicht,
damit euch nie ein Drache frisst,
der Windelallergieker ist!
Der Kasper geht nach Hause jetzt.
So fand dat Spiel zu guter Letzt
trotz allem noch ein gutes Ende.
Hat’s euch gefall’n, klatscht in die Hände.
Ich ziehe jetzt den Vorhang zu
– nun hat die liebe Seele Ruh!

(Vorhang )